Zum Hauptinhalt springen

Die 7 universellen Prinzipien – dein Einstieg in die Energiearbeit

Energiearbeit mit den 7 universellen Prinzipien

Energiearbeit ist ein riesen Teil meines Lebens und das schon seit Jahren. Jeder Prozess, jede Transformation, durchlaufe ich mit Hilfe von Energiearbeit. Ich möchte dir heute mal einen Einstieg in die Energiearbeit mit den 7 universellen Prinzipien geben. Ich zeige dir an konkreten Beispielen, wie du jedes einzelne dieser Prinzipien für dich nutzen kannst.

Wie Energiearbeit, Human Design und Traumaarbeit zusammenwirken

Du erfährst, wie Energiearbeit in Kombination mit Human Design und Traumaarbeit dir hilft zu verstehen, wie du dein Leben in allen Richtungen transformieren kannst.

**Hinweis:** Das bereitgestellte Transkript ist zu kurz, um einen Blogartikel mit 700–900 Wörtern ausschließlich aus wörtlichen Zitaten zu erstellen. Es enthält nur wenige Sätze aus den Shownotes. Für einen regelkonformen Artikel benötige ich das vollständige Transkript der Folge. Bitte füge den gesamten gesprochenen Inhalt ein, dann erstelle ich den Artikel streng nach deinen Vorgaben.

Was, wenn du die Red Flag bist?

Red Flags, die wir selbst in die Beziehung bringen

Wir achten ständig auf Red Flags bei anderen, aber was ist mit den Red Flags, die wir selbst in uns tragen? Ich spreche über fünf Verhaltensweisen, die du vielleicht selbst mit in die Beziehung bringst und die wir als Red Flag bei anderen sehen würden. Du erfährst, welchen Ursprung diese Muster möglicherweise haben, welche Konsequenzen sie mit sich bringen und was das energetisch mit deinen Beziehungen macht.

Anpassung und People Pleasing

Eine der häufigsten Red Flags, die wir selbst mitbringen, ist Anpassung. Wenn du dich ständig anpasst, verlierst du irgendwann den Kontakt zu dir selbst. Du weißt nicht mehr, was du wirklich willst, was du wirklich fühlst und wer du eigentlich bist. Das ist eine Schutzstrategie, die irgendwann sehr teuer wird. People Pleasing ist eine Verhaltensweise, die wir als Red Flag bei anderen sehen würden, die wir aber selbst oft mitbringen.

Welchen Ursprung diese Muster haben

Diese Muster haben ihren Ursprung oft in der Kindheit. Wir haben gelernt, dass wir geliebt werden, wenn wir uns anpassen, wenn wir funktionieren, wenn wir keine Bedürfnisse haben. Wir haben gelernt, dass unsere Bedürfnisse nicht wichtig sind oder dass es gefährlich ist, sie zu zeigen. Das sind Überzeugungen, die wir unbewusst mit uns tragen und die unsere Beziehungen beeinflussen. Der Beziehungstyp Angepasst fragt sich: Wie muss ich sein, damit ich geliebt werde?

Was das energetisch mit deinen Beziehungen macht

Wenn du Red Flags in dir trägst, zieht das energetisch bestimmte Beziehungen an. Du ziehst Menschen an, die diese Muster in dir triggern oder die von diesen Mustern profitieren. Das bedeutet nicht, dass du schuld bist an dem, was dir passiert. Es bedeutet aber, dass du Verantwortung übernehmen kannst. Wenn du anfängst, deine eigenen Red Flags zu erkennen, kannst du anfangen, etwas zu verändern. Du kannst anfangen, andere Entscheidungen zu treffen, andere Grenzen zu setzen und andere Beziehungen zu wählen.

Wer bist du ohne deine Konzepte?

Wer bin ich, ohne Konzepte zu benutzen?

Ich bin heute Morgen aufgewacht und habe mich gefragt, wer bin ich eigentlich gerade? Wer bin ich jetzt? Wer bin ich, ohne Konzepte zu benutzen? Ich habe gemerkt, dass die Frage gar nicht so einfach ist zu beantworten, ohne ein Konzept. Wenn ich so darüber nachdenke, dann fallen mir Dinge ein wie, ich bin Coach, ich bin ein Reflektor, ich bin hochsensibel. Aber ist das wirklich das, wer ich bin? Oder sind das nur Labels, Erklärungen, Konzepte, die mir dabei helfen, mich zu verstehen? Ich glaube, wir sammeln Konzepte, weil sie unser Leben vereinfachen, weil wir dadurch verstehen und einordnen können, wer wir sind. Und dann denken wir, wir haben uns jetzt endlich verstanden, wenn wir zum Beispiel Human Design kennenlernen oder wenn wir unser Sternzeichen kennenlernen oder wenn wir eine Therapie gemacht haben. Und in dem Moment fühlt sich das auch so gut an und so erleichternd.

Wenn das Konzept zum Käfig wird

Nur meistens dauert es nicht lange und dann fangen die Fragen wieder an. Das heißt, für einen Moment ist dann alles gut, für einen Moment ist es leicht, aber dann wird das Konzept zur Identität. Du bist vielleicht nicht mehr jemand, der in seinem Trauma lebt, du bist dann dein Trauma. Du bist vielleicht nicht jemand, der Human Design nutzt, du bist dann dein Design. Das eine ist ein Tool und das andere ist ein Käfig, den du dir da drum baust. Und möglicherweise nutzt du diesen Käfig dann auch als Entschuldigung, dass du halt so bist.

Ich glaube, dass wir uns gerade in dieser spirituellen Bubble manchmal mehr in Konzepten verlieren, als uns eigentlich lieb ist. Weil wir so viele Tools haben und so viele Erklärungen und so viele Möglichkeiten, um uns zu definieren. Und die machen ja auch alles Sinn. Aber wer bist du denn ohne all das? Wer bist du ohne Human Design? Wer bist du ohne dein Trauma? Wer bist du, wenn du alle Rollen weglässt, die Rolle der Mutter, die Rolle der Partnerin, die Rolle des Coaches, der Freundin, der Tochter, des Sohnes, des Vaters?

Deine Intuition braucht kein Human Design

Ich glaube, dass unter all diesen Konzepten, die wir uns auferlegen, ein Kern steckt. Und ich glaube, dass egal welches Konzept und welches Tool wir anwenden, dieser Kern immer derselbe bleibt, der einfach da ist, der schon immer da war und der auch immer da sein wird. Je mehr ich mir Gedanken darüber mache, desto mehr komme ich zu dem Entschluss, dass dieser Kern unsere Intuition ist. Ich glaube, dass deine Intuition dieser Kern ist und ich glaube, dass unsere Intuition sehr eingeschränkt wird im Laufe unseres Lebens durch gesellschaftliche Normen, durch Dinge, die wir hören, die andere Menschen zu uns sagen und wir aufgrund dessen Dinge über uns glauben, die dann zu unserer Realität werden.

Deine Intuition braucht kein Human Design, um zu wissen, wer du bist. Deine Intuition braucht auch keine Trauma-Analyse, um zu spüren, was für dich richtig ist. Deine Intuition, die weiß es halt einfach. Ich arbeite selber mit den Tools und ich möchte gar nicht sagen, dass diese Tools Nonsens sind. Für mich sind diese Tools Hilfestellungen, um bestimmte Anteile von uns zu erkennen, die genau damit resonieren. Das heißt aber noch lange nicht, dass ein Tool die ultimative Wahrheit für alles ist.

Die Landkarte weglegen und spüren, wer du heute bist

Ich sehe es eher als Landkarten. Du bist das ganze Gebiet, du bist die ganze Erde, und die Landkarte zeigt dir Dinge auf, geht mehr ins Detail, sodass du die Wege und die Strecken besser erkennen kannst. Und es ist total schön, so eine Landkarte zu haben. Aber wenn wir uns zu sehr auf diese Landkarte konzentrieren, dann sehen wir das große Ganze nicht mehr. Weil dann schaust du nämlich nur auf das, was dir vorgegeben wird, und du vergisst, mal nach links und nach rechts zu schauen.

Also glaube ich, dass wir manchmal diese Landkarte einfach weglegen müssen, um einfach mal zu spüren, wer und was bin ich heute? Nicht, weil mein Charter sagt, dass ich so bin, und nicht, weil mein Trauma sagt, dass ich so bin, sondern wer bin ich? Was fühle ich denn in mir? Was fühlt sich für mich gerade stimmig an? Wohin möchte ich denn heute gehen? Was tut mir heute gut? Unabhängig von dem, was ich eigentlich zu tun hätte, weil mir das eine Struktur vorgibt oder weil mir das eine Strategie vorgibt.

Und ich lade dich ein, dich das auch zu fragen. Wer bist du heute? Wonach sehnt sich dein Körper heute? Was hast du schon viel zu lange beiseite geschoben, was heute vielleicht mal seinen Platz finden darf? Ohne, dass du das verstehen musst, ohne, dass es ein Ziel haben muss, ohne, dass es eine Richtung haben muss. Wer bist du heute? Ohne die Konzepte. Ohne Erklärungen.

Ich hab Recht!“ Beziehungsstreit sofort lösen

Warum du und dein Partner dieselbe Situation so unterschiedlich erleben

Ich bekomme es immer wieder mit, in Gesprächen, in Coachings, in Situationen, die mir erzählt werden. Wir erleben ja immer die gleiche Situation, aber für mich fühlt es sich nur so anders an als für dich. Wenn dein Partner sich von dir distanziert, du also das Gefühl hast, er würde sich zurückziehen, dann steigt in dir das Gefühl auf, dass er sich von dir abwendet. Aber aus seiner Perspektive ist er einfach nur müde und braucht gerade mal einen Moment für sich. Wir erleben also ständig, den ganzen Tag, Dinge nur aus unserer Sicht. Wir erleben gleiche Momente, aber wir nehmen sie komplett unterschiedlich wahr. Und das führt zu Missverständnissen, zu Konflikten und zu dem Gefühl, nicht gesehen, verstanden zu werden.

Letzte Woche war ich mit einer Freundin Pizza essen und wir hatten dieses Gespräch über Perspektiven, darüber, wie unterschiedlich wir Dinge wahrnehmen können, obwohl wir buchstäblich dieselbe Situation erleben. Ich saß so, dass ich hinter sie schauen konnte und ich sah, dass die Kellner hinter ihr anfingen, die Stühle hochzustellen. In mir kam das Gefühl auf, vielleicht sollten wir mal so langsam bezahlen und dann gehen. Sie sah, dass die Kellner noch wuselten und dass da noch Freude der Kellner da waren, es war einfach noch Leben im Laden. Für sie schien es so, als könnten wir noch bleiben. Also sie sah nicht meine Perspektive und ich sah ihre Perspektive nicht. Aber wir beide waren zur selben Zeit am selben Ort. Und wir hatten komplett unterschiedliche Realitäten. Das können wir eins zu eins auf jede Beziehung übertragen, auf die Beziehung zu unseren Partnern, auf unsere Freundschaften, auf berufliche Situationen oder mit der Familie.

Realität ist Perspektive, nicht Wahrheit

Wir denken oft, Realität ist Realität. Was passiert, passiert. Aber das stimmt so nicht. Realität ist Perspektive. Und Perspektive ist da, wo du sitzt, was du siehst, was du fühlst, was du interpretierst. Die meisten von uns denken, dass die eigene Perspektive die Wahrheit ist. Wir sehen die Stühle hochgestellt und denken, der Laden macht zu, das ist ja wohl ein Fakt. Aber für jemand anderen ist der Fakt, dass die Kellner da noch rumstehen und der Laden noch total belebt ist. Beides ist wahr aus der jeweiligen Perspektive.

In meiner Arbeit fällt mir immer wieder auf, dass die meisten Konflikte entstehen, weil eben zwei Menschen zwei unterschiedliche Perspektiven haben, aber beide denken, die eigene ist die einzig richtige. Und so dreht ihr euch im Kreis und streitet darum, wer hat Recht, wer sieht es richtig. Aber das ist die falsche Frage. Die richtige Frage wäre, wo sitzt du und wo sitzt er, was siehst du von deinem Platz aus und was sieht er von seinem Platz aus.

Dein innerer Zustand färbt deine Wahrnehmung

Wenn Angst dein Zustand ist, in dem du dich befindest, dann filterst du alles durch diese Angst. Wenn dein Partner nach Hause kommt und ganz kurz Hallo sagt und sofort verschwindet, dann würde der Angstfilter dafür sorgen, dass du denkst, es ist was Schlimmes passiert. Aber wenn Vertrauen dein innerer Zustand ist und du würdest dieselbe Situation mit dem Filter des Vertrauens sehen, dann würde dieselbe Situation was ganz anderes in dir auslösen. Wahrscheinlich ist er gestresst, vielleicht braucht er einen Moment, wird gleich schon zu mir kommen und erzählen, was los ist. Gleiche Situation, unterschiedlicher innerer Zustand.

Angst sieht immer Bedrohung. Vertrauen sieht Sicherheit. Mangel sieht immer Verlust. Fülle sieht Möglichkeiten. Angst zum Beispiel kommt häufig aus Traumafolgen. Wenn du als Kind sehr früh erfahren hast, dass die Verbindung zu deinen Eltern oder Bezugspersonen nicht konstant und sicher war, dann ist das in deinem System abgespeichert. Jemand, der eine sichere Bindung erlebt hat, hört den gleichen Satz und denkt sich, ja, ok, dann lass uns mal was besprechen. In meiner Arbeit konzentriere ich mich auf drei Quellen, die unsere Perspektive einfärben können: das Trauma, was du erlebt hast, welche Prägungen du mitbringst, dann dein Human Design Chart, wie du energetisch gesehen gebaut bist, und die dritte Quelle ist deine Energie, also welche inneren Zustände gerade in dir präsent sind.

Aufstehen und den Platz wechseln

Manchmal müssen wir einfach mal aufstehen und uns woanders hinsetzen, um zu schauen, wie nehmen andere oder mein Gegenüber, mein Partner, die Welt so wahr. Wenn du deine Perspektive erschaffst, dann kannst du sie auch verändern. Gerade wenn Paare zu mir ins Coaching kommen und wir uns eine Konfliktsituation, die immer wieder kommt, anschauen, schaue ich, was genau sehen wir gerade durch den Filter. Welches Trauma färbt die Sicht, welches Teil des Designs färbt die Sicht, welcher innere Zustand färbt die Sicht? Und wie viel Verständnis kann ich für mein Gegenüber aufbringen. Das ist wunderschön zu sehen, wie diese über Jahre festgefahrenen Konflikte plötzlich die Schwere verlieren. Weil es immer nur eine Frage der Perspektive ist.

Wenn du an einen Konflikt denkst, der dir noch im Magen liegt, an eine Situation, die dir jetzt in den Sinn kommt, in der du gestritten hast mit jemandem: Was hast du von deinem Platz aus gesehen? Wie wäre es, wenn du einmal aufstehst und dich auf den gegenüberliegenden Platz setzen würdest? Was würdest du von dort aus sehen können?

unbequem ehrliche Fragen über deine Beziehung

Zehn Fragen, die du dir über deine Beziehung stellen kannst

Manchmal braucht es einfach einen Moment, in dem wir uns erlauben, mal ehrlich hinzuschauen und zu fragen, was mache ich hier eigentlich? Viele von uns rennen einfach durchs Leben, funktionieren, passen uns ständig an und irgendwann merken wir, was mache ich hier eigentlich? Diese Fragen über Beziehungen, über Partnerschaften, über das, was wir manchmal in uns spüren, aber irgendwie nicht richtig greifen können oder nicht aussprechen möchten, laden dich dazu ein, mal ehrlich hinzuschauen. Du musst sie nicht alle heute beantworten, aber vielleicht bleibt die ein oder andere Frage hängen und genau die, mit der du dann anfangen darfst.

Konflikte, Bedürfnisse und das Festhalten an Beziehungen

Vermeidest du Konflikte oder nutzt du sie, um eure Beziehung zu verbessern? Viele von uns haben gelernt, dass Konflikte etwas Schlechtes sind, dass Streit bedeutet, dass die Beziehung nicht mehr funktioniert. Aber Konflikte bedeuten nichts anderes als Reibung. Zwei Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven, die einander reiben, und genau da kann Neues entstehen, kann gemeinsames Wachstum entstehen. Wenn wir immer alles kleinreden und immer die Harmonie bewahren und uns nie den Konflikten stellen, dann distanzieren wir uns voneinander. Irgendwann leben wir nur noch nebeneinander her, zwei Menschen, die sich nur noch eine Wohnung teilen oder ein Haus, aber da herrscht keine wirkliche Verbindung mehr. Harmonie kann auch bedeuten, dass wir gemeinsam durch Konflikte gehen und gestärkt wieder rauskommen.

Sprichst du deine Bedürfnisse aus oder erwartest du, dass dein Partner sie von deiner Stirn abliest? Das führt in den meisten Fällen nur zu Frustration und Verletzung, weil unser Partner nicht in unserem Kopf steckt. Gerade wenn wir so nah beieinander sind und gemeinsam wohnen und schon seit Jahren zusammen sind, entwickelt sich irgendwann diese stille Erwartung von du musst doch checken wie es mir geht.

Hältst du an einer Beziehung fest, die dir nicht mehr dienlich ist? Manchmal wissen wir es nämlich schon ganz lange, wir spüren es. Denn jedes Mal, wenn wir zusammen sind, dann ist es schwer, dann ist es angespannt. Und trotzdem bleiben wir, weil wir so viel zusammen erlebt haben und weil wir denken, ich habe schon so viel investiert, ich kann jetzt nicht einfach gehen. Es muss nicht immer ein Abbruch sein, aber dich dieser Frage mal zu öffnen, was ist eigentlich los hier, lohnt sich. Wie fühlst du dich, wenn du weißt, dass du diese Person bald triffst? Wie fühlst du dich nach dem Treffen?

Retten, Potenzial und Liebessprachen

Versuchst du deinen Partner zu retten? Es gibt diese Dynamik, die viele von uns kennen. Wir geben und geben und geben und kümmern uns, regeln alles, tragen alles, denken für alle mit. Das sind meistens Menschen, die in ihrer Kindheit gelernt haben, dass Liebe und Anerkennung an Leistung geknüpft ist, dass sie sich nur wertvoll fühlen, wenn sie gebraucht werden. Wenn wir ständig die Probleme lösen und die Verantwortung übernehmen von unserem Gegenüber, dann verlieren wir uns in solchen Geschichten. Frage dich, ob du deinen Partner unterstützt oder ob du versuchst, ihn zu retten.

Bist du wirklich in diesen Menschen verliebt, der er heute ist, oder in sein Potenzial? Wenn wir uns in das Potenzial eines Menschen verlieben, was er sein könnte, wenn er sich nur verändern würde, dann verbringen wir unsere Zeit damit zu warten und zu hoffen. Wir leben in einem ständigen Gefühl des Mangels, weil wir ja nicht das haben, was wir eigentlich wollen. Wir verlieben uns in eine Version von unserem Partner, die es einfach nicht gibt, die existiert nicht. Lieb ich diesen Menschen, wie er jetzt ist? Jetzt? Heute?

Kennst du die Liebessprache deines Partners? Manchmal lieben wir aneinander vorbei. Wenn du zum Beispiel deine Liebe empfängst, indem dein Partner dir Komplimente macht, dein Partner aber seine Liebe zeigt, indem er Dinge für dich tut, dann denkt er, er zeigt dir seine Liebe, aber deine Liebe kommt nicht an, weil du Worte brauchst, die er dir nicht gibt. Du solltest deinem Partner die Liebe zeigen, die er empfangen kann, und nicht die du selber gibst.

Verantwortung, Grenzen und die ehrliche Bilanz

Fühlst du dich verantwortlich für die Gefühle deines Partners? Viele von uns haben als Kind gelernt, die Stimmung der Eltern als unsere Verantwortung zu tragen. Das führt dazu, dass wir uns anpassen, dass wir Dinge runterschlucken und so um unseren Partner herumwuseln, damit er sich bloß nicht aufregt. Frag dich mal, wie du mit den Gefühlen deines Partners umgehst, und wenn ja, warum eigentlich.

Hast du Grenzen in deiner Beziehung? Eine Beziehung besteht aus zwei Einheiten, aus zwei individuellen Menschen, die zusammen etwas bilden. Wenn wir miteinander verschmelzen, dann verlieren wir uns da drin. Zwei Grundbedürfnisse, die wir in unserem Leben lernen, sind das Bedürfnis nach Bindung und das Bedürfnis nach Autonomie. Frage dich mal, ob du eigentlich Grenzen für dich in der Beziehung hast und wie du sie kommunizierst und auch einhältst.

Machst du deinen Partner für deine Gefühle verantwortlich? Niemand macht uns wütend, wir fühlen Wut als Reaktion auf etwas, und das ist ein fundamentaler Unterschied. Wenn wir unseren Partner ständig verantwortlich dafür machen, wie wir uns fühlen, dann geben wir die Macht ab. Wenn wir aber Verantwortung übernehmen, dann haben wir Einfluss darauf, wie wir reagieren.

Wie fühlt sich diese Beziehung an? Gibt sie dir Energie oder raubt sie dir Energie? Auch eine Beziehung mit Reibung kann uns Energie geben, auch eine Beziehung mit Konflikten kann uns nähren. Ich glaube, dass du spätestens jetzt eine Reaktion in deinem Körper darauf spürst, wenn du an diesen Menschen denkst. Und wenn es von der Waage her grundsätzlich schön und positiv ist, dann ist das ein gutes Zeichen. Und wenn nicht, dann ist das auch ein gutes Zeichen, dann weißt du, was du zu tun hast.

Verhalten ändern „Ich verstehe alles, kann es aber nicht ändern“

Ich weiß, wie es besser geht, und mache es trotzdem nicht

Ich möchte heute darüber sprechen, warum dein Körper anders reagiert als dein Kopf, warum du neue Erfahrungen brauchst, statt noch mehr Wissen in deine Birne reinzukriegen, und welche unfassbar essentielle Rolle Ressourcen dabei spielen. Viele von uns denken, wenn ich verstehe, warum ich so bin, dann kann ich es ja auch verändern. Klingt ja auch logisch, oder? Ich weiß ja, dass mein People-Pleasing aus meiner Kindheit kommt. Ich weiß ja, dass ich Grenzen setzen darf. Aber ich kann es ja trotzdem nicht tun. Und so funktioniert es halt auch nicht. Weil Veränderung passiert nicht im Kopf. Veränderung passiert im Körper.

Warum dein Körper stärker ist als dein Kopf

Wenn du als Kind gelernt hast, dass deine Meinung nicht zählt, dass du zustimmen musst, um dazuzugehören, um nicht bestraft zu werden, damit du geliebt und anerkannt wirst, dann hat dein Körper das abgespeichert. Und zwar als Überlebensstrategie. Ein Kind kann ja nicht ohne seine Eltern überleben, kann nicht alleine für sich sorgen. Diese Überlebensstrategie speichert sich in deinem Körper ab. Das ist eine körperliche Reaktion, ein Muster, das in deinem Körper, in deinem Nervensystem verankert ist.

Wenn du jetzt in einer Situation bist, in der du eigentlich eine Grenze setzen solltest, aber dann doch klein beigibst, dann hat dein Nervensystem das gemacht, bevor dein Verstand das überhaupt erst greifen kann. Der Körper reagiert also automatisch. Dein Körper darf erst mal lernen, dass es sicher ist, Grenzen zu setzen. Dein Nervensystem muss erst mal eine neue Erfahrung machen. Durch kleine, konkrete Momente, in denen dein Körper lernt: Ich kann hier ablehnen, ich kann hier meine Grenze setzen, und ich bleibe trotzdem in Verbindung.

Für mich einzustehen und meine Grenze zu setzen bedeutet, ich bleibe bei mir und ich bin fein mit diesem Menschen. Das ändert nichts an unserer Verbindung. Und genau deswegen passiert es auch so häufig, dass wenn wir Grenzen setzen und solch eine Kindheit erlebt haben, es sich verdammt nochmal falsch anfühlt, eine Grenze zu setzen. Weil dein Körper ja nur kennt, dann abgelehnt zu werden, in Diskussionen zu verfallen, bestraft zu werden, verlassen zu werden. Und dein Körper möchte natürlich nicht, dass du das wieder erlebst. Also wird er alles tun, um dich davor zu schützen.

Ressourcen sind keine Option, sie sind essentiell

Es gibt eine Sache, die hier essentiell ist, und das sind Ressourcen. Ressourcen sind kleine Tankstellen, an denen wir über den Tag verteilt tanken können. Meine Ressourcen sind zum Beispiel, ein Buch zu lesen, auf dem Balkon in der Sonne zu liegen, einen leckeren Kaffee zu trinken, spazieren zu gehen, Sport zu machen, Musik zu hören.

Stell dir vor, wenn du auf Reserve läufst, dann bist du dünnhäutig, und dann kann dich der kleinste Trigger schon auf 180 bringen. Wenn du aufgetankt bist, wenn du dich um deine Ressourcen gekümmert hast, dann kann der gleiche Trigger dich nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen. Wenn dein Tank leer ist, dann hast du auch keine Kapazität für Veränderungen. Dann reagierst du automatisch, dann greift dein Nervensystem auf alte Muster zurück, die bekannt sind, die sicher sind, und die dafür sorgen, dass du genau da bleibst, wo du gerade bist.

Veränderung kostet Energie. Neue Erfahrungen zu machen kostet Energie. Dich aktiv für einen anderen Weg zu entscheiden kostet Energie. Und wenn du diese Energie nicht hast, dann kannst du das auch alles nicht leisten. So einfach ist es.

Was du jetzt konkret tun kannst

  • Akzeptiere, dass Wissen nicht ausreicht, und hör bitte auf, dich dafür zu verurteilen, dass du es besser weißt, es aber trotzdem nicht umsetzt. Wenn du dich nämlich darauf konzentrierst, was du falsch machst, dann verstärkst du nur noch das, was du falsch machst.
  • Kümmere dich um deine Ressourcen. Das ist keine optionale Empfehlung, das ist essentiell. Finde heraus, was dich auftankt, was dir Energie gibt, was dir gut tut, und dann mach es, nicht dann, wenn du mal Zeit hast, sondern nimm dir die Zeit als Priorität.
  • Fang klein an. So klein, dass es sich schon fast lächerlich anfühlt. Fang mit dem kleinen Schritt an und gewöhne deinen Körper langsam an die Veränderung.
  • Bring die Erfahrung in den Körper. Fühl mal, wie es sich für dich anfühlt, wenn du dir nur mal vorstellst, eine Grenze laut auszusprechen, und dann sprich sie mal für dich laut aus. Das sind körperliche Übungen, die deinem Nervensystem helfen, sich an diese Eventualitäten zu gewöhnen.
  • Sei geduldig mit dir und feiere auch kleine Erfolge. Nimm mal wahr, was sich schon verändert hat, wie sehr du schon für dich einstehst.
  • Hol dir Unterstützung. Du musst das nicht alleine machen. Was du über Jahre gelernt hast, das kann sehr tief sitzen, und je mehr Unterstützung du dir holst, desto leichter wird der Prozess.

Du bist ein Mensch mit einem Körper, der dich schützen will, mit einem Nervensystem, das auf alte Erfahrungen reagiert, mit Mustern, die tief verankert sind. Veränderung passiert nicht durch noch mehr Wissen, sondern durch neue Erfahrungen, durch kleine Schritte und ganz viel Geduld mit dir selbst. Aber vor allem durch Ressourcen, weil ohne Energie kannst du nicht wachsen, ohne aufgetankt sein kannst du nicht fahren, und ohne dich um dich zu kümmern kannst du dich nicht verändern.

Trauma durch emotionale Gewalt: Kind ignorieren

Emotionale Gewalt in der Kindheit: Was passiert, wenn Eltern ihre Kinder ignorieren

Ich habe auf meinem Account Soulful Moms ein Reel gepostet und in dem Reel ging es darum, zehn alternative Sätze zu formulieren, wenn dein Kind einen Wutausbruch hat, anstatt eben zu sagen, jetzt hör doch auf zu heulen. Dann kam dieser eine Kommentar von einer Mutter, der mich richtig traurig gemacht hat. Ich möchte das aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und darauf eingehen, warum das schlichtweg falsch ist, als Eltern so zu reagieren, wie es hätte besser laufen sollen, aber vor allem auch, was das mit so einem Kind im Erwachsenenalter macht. Weil ich weiß, dass unter euch auch Menschen sind, die genau das erlebt haben und jetzt eben mit den Folgen dealen müssen.

Also, ich lese vor. Ich würde einfach meine Noise-Canceling-Kopfhörer aufsetzen und das Gejammer ignorieren. Die lernen schnell, dass ich auf Gejammer nicht reagiere, also kriegen sie nicht, was sie wollen oder brauchen, wenn sie so drauf sind. Das nennt sich Grenzen haben, streng sein und nicht zulassen, dass ein Kind durch Gejammer oder Wutanfälle den Haushalt regiert. Die kriegen einen sicheren Raum für ihre kleinen Wutanfälle, aber ich reagiere erst, wenn sie sich ausgepowert haben, dann schimpfe ich mit ihnen, weil sie unartig waren und bestrafe sie danach. Bevor du jetzt denkst, hey, naja, immerhin wurde das Kind nicht geschlagen, das ist eine Form emotionaler Gewalt. Ein Kind in seinen überwältigsten Momenten alleine zu lassen, es zu ignorieren und es dann noch zu bestrafen, das hinterlässt scheiße tiefe Wunden, die mindestens genauso tief gehen wie körperliche Gewalt. In der Traumatologie nennen wir das sequentielles Trauma. Das ist keine Lappalie, das ist Trauma, was daraus entsteht.

Was im Nervensystem eines Kindes passiert

Wenn ein Kind einen Wutanfall hat, dann ist das Nervensystem wahnsinnig überwältigt. Der präfrontale Kortex, also der Teil im Gehirn, der Emotionen reguliert, entwickelt sich erst über die gesamte Kindheit und Jugend und ist erst mit Mitte 20 vollständig ausgereift. Das bedeutet, ein kleines Kind hat noch gar nicht die neurologischen Werkzeuge, um seine Emotionen selbst zu regulieren. Es kann das physisch gesehen nicht. Also brauchen Kinder einen ruhigen Erwachsenen, der ihnen hilft, wieder runterzukommen. Das nennen wir Co-Regulation.

Aber wenn ein Elternteil Kopfhörer aufsetzt und das Kind ignoriert, dann lernt das Kind in dem Moment nicht, dass es runterkommen soll, sondern dass es alleine gelassen wird in dem Moment, wo es am allermeisten die Präsenz und die Unterstützung der Eltern braucht. Dieses Kind lernt auch, dass selbst die wichtigsten Menschen in dem Leben dieses kleinen Kindes nicht sicher sind. Wenn sich das Kind dann ausgepowert hat, kommt die Mutter und bestraft es noch. Das fügt nochmal eine große Portion Scham hinzu, zu einem kleinen Körper, der eh schon am Limit war. Scham drückt aus, ich bin falsch, ich bin unwürdig, ich verdiene es nicht zu existieren. Ein Kind hinterfragt niemals die Eltern, ein Kind sucht den Fehler immer bei sich. Also lernt dieses Kind, dass die eigenen Gefühle und die eigenen Bedürfnisse falsch sind und dass es eben funktionieren muss, damit es geliebt wird.

Was emotionale Vernachlässigung im Erwachsenenalter auslöst

Kinder, die so aufgewachsen sind, sind dann die Erwachsenen, die ihre Gefühle runterschlucken, die ihre Bedürfnisse weit hinter die der anderen stellen, die nicht in der Lage sind, sich mitzuteilen und ihre Gefühle zu benennen. Aus solchen Situationen entstehen People Pleaser. Das sind auch Menschen, die keine Verletzlichkeit zeigen. Das sind Menschen, die zu allem zustimmen, weil sie bloß keinen Umstand bereiten wollen. Und das sind auch Menschen, die keine Hilfe annehmen können, weil sie alles alleine schaffen müssen.

Mit so einem Selbstbild, das durch solch ein Verhalten von Eltern entstanden ist, ist keine gesunde Beziehung möglich. Diese Erwachsenen sind nur damit beschäftigt, in all ihren Beziehungen es dem anderen recht zu machen, um die eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen. Je mehr wir unsere eigenen Bedürfnisse nach hinten stellen, desto mehr entfernen wir uns von uns selbst. Und wenn wir uns von uns selbst entfernen, dann funktionieren wir ja auch nur noch. Das sind auch die Menschen, die zum Beispiel aus dem Nichts einen Wutanfall bekommen, weil sie nie als Kind gelernt haben, dass die Wut in Ordnung ist.

Was du tun kannst, wenn du so aufgewachsen bist

Verstehen ist schon mal ein erster wichtiger Schritt, dass an sich nichts falsch mit dir ist, sondern dass du etwas gelernt hast aus einer Schutzfunktion heraus. Heute bist du erwachsen und heute kannst du dir selbst geben, was du damals gebraucht hättest. Das ist in erster Linie Selbstachtung, Selbstliebe, Selbstwert. Wenn du dich selber so liebst, wie du bist, wenn du an deinem Selbstwert arbeitest, dann lernst du auch Menschen in dein Leben ziehen, die dich genauso sehen, wie du dich selber siehst.

Auch wenn du als Kind nie co-reguliert worden bist, kannst du auch nachträglich lernen, dich selber zu regulieren. Heute bist du handlungsfähig und heute kannst du das lernen. Dass wenn du diese überwältigenden, großen Gefühle hast, die in dir hochsteigen, einen Raum zwischen Reiz und Reaktion zu schaffen, der dir ermöglicht, eine Wahl zu treffen. Und die dritte Sache, die du tun kannst, ist neue Erfahrungen zu machen. Dass du zum Beispiel mal testest, wie es ist, deine Bedürfnisse auszusprechen bei jemandem, mit dem du eine sichere Verbindung hast. Sei geduldig mit dir. Was wir über Jahre gelernt haben, das können wir nicht einfach so über Nacht entlernen. Aber jeder kleine Schritt, den du dafür tust, bietet eine neue Erfahrung, die deinem Nervensystem einen neuen Weg zeigen kann.

Selbstvertrauen in Beziehungen

Ich weiß, was ich tun sollte, aber ich mache es einfach nicht

Ich weiß ganz genau, was ich tun sollte, aber ich mache es einfach nicht. Ich glaube, dass es vielen von uns so geht und ich sehe es ja auch immer wieder in meiner Arbeit. Menschen, die zu mir kommen und die mir sagen, hey, ich weiß ja, was ich tun sollte. Ich weiß, dass ich Grenzen setzen sollte. Ich weiß, dass ich meine Bedürfnisse aussprechen sollte, aber ich mache das einfach nicht. Ich komme nicht in die Umsetzung. Du hast alle Skills, du hast das Wissen, du hast die Ressourcen, du hast alles, was du brauchst, um dich zu bewegen in die Richtung, in die du gehen willst, aber du bewegst dich nicht. Ich glaube, dass dir diese eine Zutat fehlt. Und die heißt Selbstvertrauen.

Selbstvertrauen ist nicht Kontrolle

Ich glaube, viele von uns haben eine falsche Vorstellung davon, was Selbstvertrauen eigentlich ist. Selbstvertrauen ist, dass ich weiß, dass es klappt, dass ich gewinne, dass ich erfolgreich sein werde. Aber das ist kein Selbstvertrauen, das ist Kontrolle und das ist der Versuch, ein Ergebnis zu kontrollieren und das Ergebnis zu garantieren. Du kannst alles richtig machen, du kannst dein Bestes geben, du kannst perfekt performen, aber du kannst trotzdem scheitern. Und wenn dein Selbstvertrauen darauf basiert, dass es klappt, dann bricht alles zusammen, wenn es nicht klappt.

Echtes Selbstvertrauen bedeutet genau das Gegenteil. Selbstvertrauen bedeutet, dass du dir selber vertraust, egal was passiert. Ich vertraue darauf, dass ich mit jedem Ergebnis und mit jeder Situation umgehen kann. Dass ich reagieren kann, dass ich mich selbst lieben kann. Dass ich mich selber aus allen Situationen wieder rausziehe, egal wie aussichtslos sie sind. Selbstvertrauen bedeutet auch, dass auch wenn dein Business scheitert oder auch wenn du gekündigt wirst, dass du dich trotzdem wieder neu erfinden kannst und dass du trotzdem weitermachst.

Selbstvertrauen in Beziehungen und im Alltag

Besonders wichtig wird Selbstvertrauen in der Beziehung, weil so viele von uns Ängste haben in Beziehungen. Ängste verlassen zu werden, Ängste ausgetauscht zu werden, nicht genug zu sein. Und die Ängste kommen immer wieder, weil wir uns selber nicht genug vertrauen. Wenn wir die Angst, verlassen zu werden, mal aus einer anderen Perspektive beleuchten, dann könnte es auch bedeuten, wir vertrauen nicht darauf, dass wir damit umgehen können, wenn jemand geht. Und dann fangen wir an zu klammern oder wir passen uns an. Wir setzen keine Grenzen, damit wir es bloß dem anderen recht machen.

Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich habe auch diese Ängste lange gehabt, verlassen oder ausgetauscht zu werden. Und dann habe ich mich angepasst, dann habe ich so funktioniert, wie andere mich haben wollen und mich total verstellt. Und damit habe ich eigentlich nur versucht, die Situation so zu kontrollieren, dass ich das Ergebnis bestimme. Als ich verstanden habe, was Selbstvertrauen wirklich bedeutet und gelernt habe, mein Selbstvertrauen aufzubauen, ist diese Angst immer kleiner geworden. Ich weiß nicht, ob mein Partner bleibt. Ich kann das nicht kontrollieren. Aber ich weiß, dass egal was passiert, dass ich mir vertrauen kann, dass ich mit dieser Situation klarkomme. Und dieses Gefühl macht frei.

Auch im beruflichen Kontext spielt es eine große Rolle. Wie oft passen wir uns an und stecken uns in eine Box, in die wir gar nicht reinpassen, aus Angst, nicht dazuzugehören. Und dann passt du dich vielleicht noch in einer Beziehung an und dann passt du dich vielleicht noch in deinen Freundschaften an und dann lebst du ein völlig angepasstes Leben, was sich nicht erfüllend anfühlt, was sich nicht nach deinem Leben anfühlt.

So baust du Selbstvertrauen auf

Wenn du dich jetzt fragst, wie baue ich denn Selbstvertrauen auf, lass uns mal anschauen, was du hier tun kannst. Was mir sehr geholfen hat, teile ich hier gerne mit dir.

  • Hör auf, deinen Wert an ein Ergebnis zu messen. Fang an, deinen Wert an intrinsischen Qualitäten zu messen. Wie liebevoll bist du? Wie kreativ bist du? Wie authentisch bist du?
  • Vertraue dir selber, indem du kleine Beweise suchst, in denen du dir schon vertraut hast und es geklappt hat. Schreib dir diese Beweise auf.
  • Lege deinen Fokus auf deine Ressourcen, die Dinge, die dir gut tun, die dir Energie geben. Kümmere dich um dich und tanke auf, priorisiere das.
  • Sei dein bester Freund und behandle dich auch so. Sei verbindlich mit dir. Wenn du sagst, du gehst ins Gym, dann geh ins Gym. Wenn du eine Grenze setzt, dann halte sie auch ein.
  • Beobachte mal deine Gedanken, wie du mit dir sprichst. Schreib sie dir mal auf in Situationen, die so ein bisschen kritisch sind. Frag dich mal, ob du so mit einem Freund sprechen würdest.

Und dann gibt es noch eine Von-Zu-Frage, die mir immer sehr hilft: von wird es klappen zu kann ich damit umgehen, wenn es nicht klappt. Denn du kannst alle Skills haben, du kannst alles Wissen haben, du kannst alle Ressourcen haben, aber ohne Selbstvertrauen wirst du dich nicht bewegen. Selbstvertrauen kann dir niemand nehmen. Wenn Selbstvertrauen in dir steckt, dann ist egal, was im Äußeren passiert. Du wirst damit umgehen können. Und das ist Freiheit.

Ändert er sich oder muss ich gehen? 

Sicherheit in dir oder Sicherheit durch andere?

Ich habe letzte Woche eine Nachricht bekommen von einer Followerin mit einer Frage, die ich super interessant fand. Sie hat mir geschrieben, auf einen Post reagiert, in dem es darum ging, wie wir lernen, korrigierende Erfahrungen zu machen. Sie meinte, sie struggelt mit diesem Thema, weil sie sich fragt, ob sie Sicherheit in sich selbst erlernen kann oder ob sie einen sicheren Gegenüber, also in dem Fall ihren Partner, dafür braucht. Ihr Partner scheint ein vermeidender Typ zu sein, der nicht über seine Bedürfnisse spricht und auch seine Gefühle nicht kommuniziert und ihr nicht immer das gibt, was sie in dem Moment gebrauchen könnte. Also hat sie mich gefragt, wie lerne ich denn jetzt in dieser Situation Sicherheit oder korrigierende Erfahrungen, muss mein Partner da mitmachen oder muss ich gehen?

Der Irrtum: Heile dich selbst und du brauchst niemanden mehr

Es gibt diese Theorie, die ich überall lese und vielleicht auch du kennst. Finde Sicherheit in dir, heile dich selbst, liebe dich selbst und dann bist du völlig unabhängig von den Menschen um dich herum. Ich sehe das einfach kritisch. Diese Theorie greift kurzweilig, ist aber nicht ganz zu Ende gedacht, denn wir sind relationale Wesen. Das heißt, wir sind nicht dafür gemacht, alleine und unabhängig in dieser Welt zu sein, sondern mit anderen Menschen in Beziehung zu sein, in Verbindung zu sein. Vielleicht hast du schon mal davon gehört, dass Trauma in Beziehungen entsteht, aber auch geheilt wird. Da kommt auch das Thema Korregulation ins Spiel. Korregulation bedeutet, dass wir uns durch andere Menschen regulieren. Da ist also ein ruhiger Mensch, der unser Nervensystem beruhigen kann. Aber es gibt auch den gestressten Menschen, der unser Nervensystem stressen kann. Und deswegen ist es eben nicht ganz so egal, mit wem wir zusammen sind.

Du kannst noch so viel Sicherheit in dir tragen, kannst noch so viel in dir arbeiten, aber wenn du Menschen in deinem Umfeld hast, die dir das Gegenteil spiegeln, dann fühlt sich das nicht sicher an. Wenn du dich öffnest, dich mitteilst und dein Partner distanziert sich emotional von dir, dann fühlt sich das auch nicht sicher an, egal wie viel du in dir gearbeitet hast. Menschen beeinflussen uns. Menschen beeinflussen unser Nervensystem. Menschen beeinflussen uns, wie sicher wir uns fühlen.

Was korrigierende Erfahrungen wirklich brauchen

Korrigierende Erfahrungen bedeuten, dass dein Nervensystem etwas Neues lernt. Wenn du in deiner Kindheit vielleicht gelernt hast, dass wenn du Nähe brauchst und wenn du das kommunizierst, du dann eher abgewiesen wirst, dann lernt dein Nervensystem, dass du mit deinen Bedürfnissen so nicht richtig bist und so nicht akzeptiert wirst. Wenn du jetzt als erwachsener Mensch dann diese Erfahrung machst, dass du ein Bedürfnis äußerst und ein Mensch dir genau wie damals das Gefühl gibt, hey, du mit deinem Bedürfnis bist mir völlig egal, dann fährst du dasselbe Muster wie das, was dein Nervensystem als Kind gelernt hat. Neue Erfahrungen entstehen durch neue Erfahrungen. Das heißt, dein Nervensystem darf die Erfahrung machen, dass du mit deinen Bedürfnissen richtig und willkommen bist. Und das erfordert einen anderen Menschen, der dir das Gefühl gibt, egal was du hast, du bist willkommen.

Aber wenn dein Partner eben das nicht bietet und nicht mitarbeitet, also wenn er nicht bereit ist, anders zu reagieren, dann spielt ihr in der Verbindung quasi das alte Muster immer wieder ab, das du einmal gelernt hast. Und dann kannst du für dich entscheiden, ob das der Partner ist, mit dem du zusammen sein möchtest oder ob es vielleicht andere Menschen gibt, mit denen du korrigierende Erfahrungen machen kannst. Vielleicht in Freundschaften, vielleicht ein Familienmitglied. Und vielleicht reicht dir das auch schon, dass du trotzdem in der Partnerschaft bleiben kannst und dass du dir diese emotionale Sicherheit und diese korrigierenden Erfahrungen woanders holst.

Denn wie so oft haben wir Bedürfnisse, die in uns entstehen, aber wir sie nicht kommunizieren können, weil sie nicht klar in unserem Kopf landen. Das Bedürfnis entsteht im Körper und unser Körper hat dann dieses Verlangen, aber es kommt im Kopf nicht an. Was wir an dieser Stelle tun können, um eben schneller zu verstehen oder verbalisieren zu können, was wir brauchen, das hängt mit unserer Fähigkeit der Selbstregulation zusammen. Aus einem regulierten Nervensystem heraus können wir wieder rational denken und verstehen, was wir eigentlich gebraucht hätten.

Reicht dir das?

Unterm Strich, korrigierende Erfahrungen brauchen jemanden, der korrigierend reagiert. Jemand, der dir zuhört, jemand, der dich versteht, jemand, der sich bemüht, mit dir den Weg zu gehen. Jemand, der aktiv daran arbeitet, dich in deiner Heilung auch zu unterstützen. Wenn dieser jemand aber nicht bereit ist, diesen Weg mit dir zu gehen, dann kannst du dich noch so sehr um dich selber kümmern und Sicherheit in dir aufbauen. Das ist so, als würdest du ein paar Tanz machen, aber nur die einzige Person sein, die tanzt.

Die Frage, die du dir stellen darfst, ist, reicht mir das in meiner Beziehung so, wie ich sie mir vorstelle, aus oder nicht? Sehe ich die Bereitschaft von meinem Partner, Dinge ändern zu wollen oder nicht? Ist die Bereitschaft da oder bin ich die Einzige, die hier wachsen und sich weiterentwickeln möchte? Und wenn nicht, kann ich diese korrigierenden Erfahrungen mit anderen Menschen haben? Dann kannst du eben schauen, ob ihr gemeinsam diesen Weg geht oder nicht. Beides ist okay. Es ist deine Entscheidung. Das, was du fühlst, was sich für dich richtig anfühlt, und das ist auch alles, was zählt, ganz egal, was andere sagen.

Mutterwunde: Warum du besser mit Männern kannst, als mit Frauen

Warum viele Frauen besser mit Männern können als mit Frauen

Ich möchte heute über dieses Phänomen sprechen, warum viele Frauen besser mit Männern können als mit Frauen und was das möglicherweise mit einer Mutterwunde zu tun haben kann. Ich spreche da übrigens aus eigener Erfahrung, denn auch ich kenne dieses Gefühl, dass ich besser mit Männern kann als mit Frauen. Ich habe nämlich selber ganz viele Jahre gedacht, dass ich einfach besser mit Männern kann als mit Frauen. Frauen waren für mich zu anstrengend, zu kompliziert. Da gab es immer so viel Drama und ich hatte einfach keinen Bock, mich damit zu beschäftigen. Also habe ich mir viele männliche Freunde gesucht und konnte so ein easygoing, oberflächliches, naja auch tiefgründiges, aber irgendwie einfacheres Miteinander mir dadurch ermöglichen. Ich glaube, der Ursprung davon war, dass ich irgendwann mal negative Erfahrungen mit Frauen gemacht habe. Wenn ich heute zurückblicke, dann verstehe ich, dass das schon bei meiner eigenen Mutter angefangen hat.

Was eine Mutterwunde ist und wie sie entsteht

Die Mutterwunde beschreibt emotionale und psychologische Verletzungen, die durch die Beziehung zur Mutter entstanden sind. Das muss nicht bedeuten, dass deine Mutter eine schlimme Mutter war oder dass sie dich absichtlich verletzt hat. Es geht vielmehr darum, dass die Beziehung zu deiner Mutter, die erste weibliche Beziehung, die du hattest, geprägt hat, wie du Weiblichkeit siehst, wie du andere Frauen siehst und wie du dich selbst auch als Frau siehst. Mütter sind unsere erste weibliche Beziehung, von denen wir lernen, wie Frauen sind, wie sich Frauen verhalten, wie wir uns selbst als Frau fühlen und wie Frauen in Beziehungen sind.

Frauen, die eine Mutterwunde haben, haben oft ähnliche Erfahrungen gemacht:

  • Vielleicht war deine Mutter physisch da, aber emotional nicht verfügbar, und daraus hast du möglicherweise gelernt, dass du dich emotional nicht auf Frauen verlassen kannst.
  • Vielleicht hat deine Mutter dich viel kritisiert, dein Aussehen, dein Gewicht, deine Kleidung, dein Verhalten, und dich verglichen mit deiner Schwester, mit deinem Bruder, mit anderen Mädchen.
  • Vielleicht gab es eine unterschwellige Konkurrenz zwischen dir und deiner Mutter um Aufmerksamkeit, um Aussehen, um Wert, und daraus hast du gelernt, dass Frauen in Konkurrenz stehen, dass andere Frauen eine Bedrohung sind.
  • Oder vielleicht hat dir deine Mutter beigebracht, dass du dich als Frau anpassen musst, dass du lieb und nett und brav sein musst, dass du keine eigene Meinung haben solltest.

Deine Mutter hat dir das weitergegeben, was sie selbst gelernt hat, was ihre Mutter ihr beigebracht hat, was die Gesellschaft ihr beigebracht hat. Vielleicht wusste sie auch einfach nicht, dass ihre Kinder sich alles abschauen. Nicht nur das, was sie sagt und was sie lehrt und wie sie erzieht, sondern auch wie sie sich selber behandelt. Und das alles zusammen formt die Mutterwunde.

Wie die Mutterwunde unsere Beziehungen beeinflusst

Was hier passiert, ist oft eine Projektion. Du nimmst also die Erfahrungen, die du mit deiner Mutter gemacht hast, und überträgst sie unbewusst auf andere Frauen. Möglicherweise interpretierst du einen gut gemeinten Tipp als Kritik und fühlst dich bewertet, obwohl da keine Bewertung gemeint war. Möglicherweise vertraust du auch keiner anderen Frau deine Gefühle, Gedanken und ehrlichen Emotionen an, weil du dich schützen möchtest vor möglicher Verletzung.

Ich habe das auch lange gedacht, dass ich einfach anders bin und nicht so schwach oder kindisch, instabil wie andere Frauen. Ich habe mich immer als die super starke und unabhängige Frau gesehen, die halt einfach mit den Männern mithalten kann. Was du möglicherweise damit eigentlich ablehnst, sind die Teile deiner Mutter, die du in dir nicht sehen möchtest. Das bedeutet aber nicht, dass du wirklich besser mit Männern kannst. Das bedeutet möglicherweise, dass sich deine Mutterwunde auf weibliche Beziehungen überträgt.

Wenn du keine weiblichen Freundschaften hast, wird dein Partner möglicherweise dein Alles, also der einzige Mensch, mit dem du alles teilst, und das kann sehr viel Druck auf die Beziehung auslösen. Er muss dein bester Freund sein, dein romantischer Partner, er muss Abenteuer mit dir erleben können, tiefgründige Gespräche führen können, Spaß mit dir ausleben können. Also er muss so viele Rollen erfüllen, die du eigentlich mit vielen Menschen erleben kannst. Studien aus der Beziehungspsychologie zeigen, dass Frauen ohne weibliche Freundschaften dazu neigen, co-abhängiger zu sein, weil sie ihren Partner zur einzigen Quelle machen.

Wie du die Mutterwunde heilen kannst

Ich glaube, dass wir nicht wirklich besser mit Männern können, sondern dass wir möglicherweise einfach nur gelernt haben, dass Frauen nicht sicher sind. Aber das ist nicht die Wahrheit über Frauen, das ist möglicherweise die Wahrheit über unsere Mutterwunde. Aus der Traumaforschung und aus der Bindungstheorie wissen wir, die Mutterwunde heilt durch korrigierende emotionale Erfahrungen. Verletzungen entstehen in Beziehungen, aber werden auch in Beziehungen geheilt.

  • Verstehe, woher das kommt. Es kann sein, dass du eine Wunde hast in Bezug auf weibliche Beziehungen, möglicherweise projizierst du die Erfahrungen mit deiner Mutter auf andere Frauen, und allein das zu verstehen ist schon der erste große Schritt.
  • Du kannst das mit jemandem besprechen, mal zu durchleuchten, mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten, mit einem Coach oder jemandem, der dich einfach dabei begleitet, diese Muster zu erkennen und zu verstehen.
  • Öffne dich für weibliche Verbindungen. Erlaube dir also auch, dass Frauen anders sein können als deine Mutter, dass weibliche Beziehungen auch sicher sein können.
  • Du darfst Weiblichkeit für dich neu definieren. Was bedeutet es, Frau zu sein für dich, losgelöst von dem, was deine Mutter dir beigebracht hat?

Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich ganz lange daran festgehalten habe und mir immer wieder gesagt habe, ich kann ja besser mit Männern, Frauen sind mir zu anstrengend, aber ich habe gar nicht gemerkt, dass ich ganz viele tolle weibliche Freundinnen in mein Leben gezogen habe. Je mehr ich mich mit mir beschäftigt habe, je mehr ich an mir gearbeitet habe, desto mehr habe ich unbewusst Frauen in mein Leben gelassen und richtig tiefe, schöne Freundschaften zu Frauen eingehen und pflegen und halten können. Wenn wir uns öffnen für weibliche Verbindungen, dann merken wir vielleicht, dass Frauen nicht per se das Problem sind, sondern die Mutterwunde war das Problem.