Zum Hauptinhalt springen

60 – Erdung und Traumafolgen – Wurzelchakra, Vagusnerv und wie du Sicherheit lernst

Clarissa mit C · Podcast

Weißt du, wie sich Erdung wirklich anfühlt? Ich dachte, ich wüsste es - bis ich meine Hände auf meinen Unterbauch legte und die Tränen einfach kamen. In dieser Folge erfährst du, warum Erdung für ein traumatisiertes Nervensystem alles andere als selbstverständlich ist, was dein Wurzelchakra mit deinen frühesten Kindheitserfahrungen zu tun hat und warum Rastlosigkeit, Kontrollbedürfnis und das Gefühl, nie wirklich anzukommen, oft dieselbe Wurzel haben. Dazu bringe ich Energiearbeit, Vagusnerv und das Wissen aus der Psychologie in Verbindung miteinander.


Infos zum 30-Tage-System: https://clarissamitc.com/system/

Quiz: Welcher Beziehungstyp bist du? https://clarissamitc.com/quiz/

✦   Diese Folge nachlesen   ✦

Erdung und Traumafolgen – Wurzelchakra, Vagusnerv und wie du Sicherheit lernst

Erdung: Zwischen Energiearbeit und Nervensystemregulation

In dieser Folge geht es um das Thema Erdung, was Erdung eigentlich bedeutet und wie Energiearbeit und Psychologie hier zusammenkommen. Ich teile meine Erkenntnisse meiner ersten Session mit meiner neuen Mentorin Clarissa, die mir das Thema Energiearbeit beibringt. Denn in dieser Session ging es auch ganz stark um das Thema Erdung. Ich bringe ein paar Zusammenhänge mit rein, die mich seitdem beschäftigen, zwischen dem Wurzelchakra, dem Nervensystem, der Nervensystemregulation und dem, was Forschung und Traumaarbeit dazu sagen. Wenn du schon länger zwischen diesen beiden Welten stehst, zwischen Traumatologie oder Psychologie, also Wissenschaft und der Spiritualität und Energiearbeit, dann ist diese Folge für dich.

Meine erste Session mit Clarissa und die Verbindung zum Wurzelchakra

Ich lerne mich gerade selbst nochmal auf einer ganz neuen Ebene kennen durch dieses Mentoring. Es geht viel um Energiearbeit, ums Channeln, um Akasha-Chronik und wie ich meine Fähigkeiten für mich und meinen authentischen Weg einsetzen kann. Clarissa hat mich zu meinem Wurzelchakra geführt. Das Interessante war, ich hatte mich schon mit der Chakrenlehre beschäftigt, allein schon durchs Human Design, aber mir ist aufgefallen, dass ich gar nicht wusste, wie fühle ich denn in meinem Wurzelchakra. Als sie sagte, fühl mal in den Wurzelchakra hinein, da habe ich so eine Minute gebraucht, um dann die Rückfrage zu stellen, wo genau ist es denn? Ich hatte keine Verbindung zu meinem Wurzelchakra. Ich fühlte da gar nichts.

Als wir das dann aber geklärt haben und ich langsam angefangen habe, dahin zu spüren, indem ich auch meine Hände auf meinen Unterbauch gelegt habe, da kamen mir sofort die Tränen. Clarissa hat mich dann zum Erdkern geführt. Ich habe mich energetisch durch mein Wurzelchakra, einer Verwurzelung zum Erdkern, da rein gespürt. Je länger das ging, desto mehr flossen Tränen. Mein Verstand hat da überhaupt keine Rolle gespielt, es war eine Emotion, die aus meinem Körper kam. Was dann hochkam, war die tiefe Verbindung zur Erde. Ich habe mich zum ersten Mal verbunden mit dem Boden gesehen. Und dadurch, dass ich verbunden mit dem Boden war, konnte ich überhaupt meine Hand in den Himmel strecken, also vor meinem inneren Auge, und so einen Kanal bilden vom Himmel oder vom Universum durch meinen menschlichen Körper hin zur Erde.

Ich erzähle euch das, weil ich weiß, dass viele von euch mit Chakras in Berührung gekommen sind. Ich möchte hier den Unterschied verdeutlichen, was es für ein Riesenunterschied ist, sich nur Wissen darüber anzueignen und es wirklich zu erleben. Denn ich habe gemerkt, dass diese erste Session mir noch mal gezeigt hat, wie wichtig es ist, das Wissen in die Praxis umzuwandeln und zu fühlen, vor allen Dingen im Körper zu fühlen. Denn da sitzen bekanntlich unsere ganzen Emotionen.

Das Wurzelchakra als neurobiologische Realität

Du wirst nach dieser Folge verstehen, warum dein Wurzelchakra nicht nur ein spirituelles Konzept ist, sondern eine neurobiologische Realität in deinem Körper. Das Wurzelchakra sitzt an der Basis der Wirbelsäule. Es ist das erste Chakra, das sich entwickelt, bereits schon im Mutterleib. Es trägt also die frühesten Erfahrungen, die wir als Menschen haben. Bin ich sicher hier? Darf ich hier sein? Werden meine Bedürfnisse erfüllt?

Es gibt eine amerikanische Psychotherapeutin, Dr. Anodea Judith, die als Pionierin gilt, weil sie als eine der ersten die jahrtausendealte Chakrenlehre mit moderner Psychologie und Somatik verbunden hat. Diese Psychotherapeutin ordnet jedes Chakra einer spezifischen Phase der Kindheitsentwicklung zu, mit den dazugehörigen psychologischen Themen, Wunden und Heilungswegen. Das Wurzelchakra entspricht der frühesten Phase, Säuglingsalter bis zum ersten Lebensjahr, mit den Themen Vertrauen, Sicherheit und Zugehörigkeit. Wenn diese Phase durch Stress, Instabilität oder traumatische Erfahrungen geprägt war, trägt dieses Wurzelchakra diese Erfahrungen mit, entweder als Blockade oder als Überkompensation, zu viel Festhalten, Kontrollbedürfnis und so weiter. Beides sind Antworten des Systems auf dasselbe Grundgefühl: Ich bin hier nicht sicher.

Das zeigt sich dann sehr konkret im Alltag. Chronische Angst, das Gefühl, nie wirklich anzukommen, Schwierigkeiten loszulassen, alles kontrollieren wollen. Und das sind alle Signale deines Systems, ob jetzt auf traumatologischer, psychologischer Ebene oder eben spirituell aus der Energiearbeit.

Erdung ist kein spirituelles Konzept, sondern Training für das Nervensystem

In der Trauma-Arbeit und Psychologie sprechen wir auch von Nervensystemregulation. Das Nervensystem kommt aus dem Schutzmodus heraus und findet zurück in Sicherheit. In der Energiearbeit sprechen wir davon, Wurzeln in die Erde zu schicken, sich also mit dem Erdkern zu verbinden und geerdet zu sein. Es beschreibt denselben Prozess. Der zentrale Akteur ist dabei der Vagusnerv. Er ist der längste Hirnnerv im menschlichen Körper und verbindet das Gehirn mit fast allen inneren Organen. Wenn der Vagusnerv aktiv ist, sinkt der Herzschlag, die Atmung vertieft sich, der Körper signalisiert, hier ist es sicher, hier kannst du zur Ruhe kommen. Die Wissenschaft und die Energielehre sprechen also vom selben System. Sie benennen es einfach nur anders.

Ich lebe seit über zehn Jahren nomadisch und pendle zwischen Portugal, Bali und Köln. Ich bin sehr kopflastig gesteuert, ich denke viel nach, und das sind alles nicht unbedingt förderliche Dinge, die mich erden. Ein Nervensystem, das lange im Aktivierungsmodus war, hat gelernt, Bewegung und Beschäftigung als Sicherheit zu interpretieren. Gedanken, Planung, Analysen, das ist für viele Menschen unbewusst eine Regulationsstrategie. Und Ruhe fühlt sich dann nicht wie Erholung an, weil das Nervensystem Ruhe eben als noch nicht sicher empfindet.

Erdung ist kein spirituelles Konzept, das ist schon mal klar. Es ist die Basis für alles, was du aufbauen willst, für jede Veränderung, für jede Praxis, für jedes Wachstum. Auf einem Felsen sitzen, barfuß gehen, bewusst atmen und sich vorstellen, wie man Wurzeln in den Erdkern schickt, das klingt vielleicht erstmal simpel, aber das hat eine direkte Wirkung auf den Vagusnerv und damit auf das gesamte Nervensystem. Das ist buchstäblich Training für den Körper, Sicherheit neu zu lernen. Das Wurzelchakra, der Vagusnerv, die Nervensystemregulation sind drei verschiedene Wege, dasselbe zu sagen. Dein System braucht eine Basis, von der es sich aus sicher fühlt. Und diese Basis entsteht durch das Fühlen, durch das ganz bewusste Fühlen, durch kontinuierliche, vielleicht tägliche kleine Momente, in denen du deinem Körper zeigst, dass es hier sicher ist, genau jetzt in diesem Moment.


Hast du Gedanken zu dieser Folge? Eine Frage, auf die du noch keine Antwort gefunden hast? Oder kennst du jemanden, den ich unbedingt mal interviewen sollte?