Ich weiß, was ich tun sollte, aber ich mache es einfach nicht
Ich weiß ganz genau, was ich tun sollte, aber ich mache es einfach nicht. Ich glaube, dass es vielen von uns so geht und ich sehe es ja auch immer wieder in meiner Arbeit. Menschen, die zu mir kommen und die mir sagen, hey, ich weiß ja, was ich tun sollte. Ich weiß, dass ich Grenzen setzen sollte. Ich weiß, dass ich meine Bedürfnisse aussprechen sollte, aber ich mache das einfach nicht. Ich komme nicht in die Umsetzung. Du hast alle Skills, du hast das Wissen, du hast die Ressourcen, du hast alles, was du brauchst, um dich zu bewegen in die Richtung, in die du gehen willst, aber du bewegst dich nicht. Ich glaube, dass dir diese eine Zutat fehlt. Und die heißt Selbstvertrauen.
Selbstvertrauen ist nicht Kontrolle
Ich glaube, viele von uns haben eine falsche Vorstellung davon, was Selbstvertrauen eigentlich ist. Selbstvertrauen ist, dass ich weiß, dass es klappt, dass ich gewinne, dass ich erfolgreich sein werde. Aber das ist kein Selbstvertrauen, das ist Kontrolle und das ist der Versuch, ein Ergebnis zu kontrollieren und das Ergebnis zu garantieren. Du kannst alles richtig machen, du kannst dein Bestes geben, du kannst perfekt performen, aber du kannst trotzdem scheitern. Und wenn dein Selbstvertrauen darauf basiert, dass es klappt, dann bricht alles zusammen, wenn es nicht klappt.
Echtes Selbstvertrauen bedeutet genau das Gegenteil. Selbstvertrauen bedeutet, dass du dir selber vertraust, egal was passiert. Ich vertraue darauf, dass ich mit jedem Ergebnis und mit jeder Situation umgehen kann. Dass ich reagieren kann, dass ich mich selbst lieben kann. Dass ich mich selber aus allen Situationen wieder rausziehe, egal wie aussichtslos sie sind. Selbstvertrauen bedeutet auch, dass auch wenn dein Business scheitert oder auch wenn du gekündigt wirst, dass du dich trotzdem wieder neu erfinden kannst und dass du trotzdem weitermachst.
Selbstvertrauen in Beziehungen und im Alltag
Besonders wichtig wird Selbstvertrauen in der Beziehung, weil so viele von uns Ängste haben in Beziehungen. Ängste verlassen zu werden, Ängste ausgetauscht zu werden, nicht genug zu sein. Und die Ängste kommen immer wieder, weil wir uns selber nicht genug vertrauen. Wenn wir die Angst, verlassen zu werden, mal aus einer anderen Perspektive beleuchten, dann könnte es auch bedeuten, wir vertrauen nicht darauf, dass wir damit umgehen können, wenn jemand geht. Und dann fangen wir an zu klammern oder wir passen uns an. Wir setzen keine Grenzen, damit wir es bloß dem anderen recht machen.
Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich habe auch diese Ängste lange gehabt, verlassen oder ausgetauscht zu werden. Und dann habe ich mich angepasst, dann habe ich so funktioniert, wie andere mich haben wollen und mich total verstellt. Und damit habe ich eigentlich nur versucht, die Situation so zu kontrollieren, dass ich das Ergebnis bestimme. Als ich verstanden habe, was Selbstvertrauen wirklich bedeutet und gelernt habe, mein Selbstvertrauen aufzubauen, ist diese Angst immer kleiner geworden. Ich weiß nicht, ob mein Partner bleibt. Ich kann das nicht kontrollieren. Aber ich weiß, dass egal was passiert, dass ich mir vertrauen kann, dass ich mit dieser Situation klarkomme. Und dieses Gefühl macht frei.
Auch im beruflichen Kontext spielt es eine große Rolle. Wie oft passen wir uns an und stecken uns in eine Box, in die wir gar nicht reinpassen, aus Angst, nicht dazuzugehören. Und dann passt du dich vielleicht noch in einer Beziehung an und dann passt du dich vielleicht noch in deinen Freundschaften an und dann lebst du ein völlig angepasstes Leben, was sich nicht erfüllend anfühlt, was sich nicht nach deinem Leben anfühlt.
So baust du Selbstvertrauen auf
Wenn du dich jetzt fragst, wie baue ich denn Selbstvertrauen auf, lass uns mal anschauen, was du hier tun kannst. Was mir sehr geholfen hat, teile ich hier gerne mit dir.
- Hör auf, deinen Wert an ein Ergebnis zu messen. Fang an, deinen Wert an intrinsischen Qualitäten zu messen. Wie liebevoll bist du? Wie kreativ bist du? Wie authentisch bist du?
- Vertraue dir selber, indem du kleine Beweise suchst, in denen du dir schon vertraut hast und es geklappt hat. Schreib dir diese Beweise auf.
- Lege deinen Fokus auf deine Ressourcen, die Dinge, die dir gut tun, die dir Energie geben. Kümmere dich um dich und tanke auf, priorisiere das.
- Sei dein bester Freund und behandle dich auch so. Sei verbindlich mit dir. Wenn du sagst, du gehst ins Gym, dann geh ins Gym. Wenn du eine Grenze setzt, dann halte sie auch ein.
- Beobachte mal deine Gedanken, wie du mit dir sprichst. Schreib sie dir mal auf in Situationen, die so ein bisschen kritisch sind. Frag dich mal, ob du so mit einem Freund sprechen würdest.
Und dann gibt es noch eine Von-Zu-Frage, die mir immer sehr hilft: von wird es klappen zu kann ich damit umgehen, wenn es nicht klappt. Denn du kannst alle Skills haben, du kannst alles Wissen haben, du kannst alle Ressourcen haben, aber ohne Selbstvertrauen wirst du dich nicht bewegen. Selbstvertrauen kann dir niemand nehmen. Wenn Selbstvertrauen in dir steckt, dann ist egal, was im Äußeren passiert. Du wirst damit umgehen können. Und das ist Freiheit.