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49 – Wer bist du ohne deine Konzepte?

Clarissa mit C · Podcast

Human Design, Trauma, Sternzeichen, Charaktereigenschaften, Berufsbezeichnungen, Rollenbilder - das sind alles Konzepte, die wir im Laufe unseres Lebens annehmen und zu unserer Identität machen. Ich habe mich mit der Frage beschäftigt: Wer bin ich denn eigentlich ohne diese Konzepte? Was ist der Kern, der da drunter liegt? Und wie kommen wir zu diesem Kern? In dieser Folge lade ich dich dazu ein, nach deinem Kern Ausschau zu halten. 


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Wer bist du ohne deine Konzepte?

Wer bin ich, ohne Konzepte zu benutzen?

Ich bin heute Morgen aufgewacht und habe mich gefragt, wer bin ich eigentlich gerade? Wer bin ich jetzt? Wer bin ich, ohne Konzepte zu benutzen? Ich habe gemerkt, dass die Frage gar nicht so einfach ist zu beantworten, ohne ein Konzept. Wenn ich so darüber nachdenke, dann fallen mir Dinge ein wie, ich bin Coach, ich bin ein Reflektor, ich bin hochsensibel. Aber ist das wirklich das, wer ich bin? Oder sind das nur Labels, Erklärungen, Konzepte, die mir dabei helfen, mich zu verstehen? Ich glaube, wir sammeln Konzepte, weil sie unser Leben vereinfachen, weil wir dadurch verstehen und einordnen können, wer wir sind. Und dann denken wir, wir haben uns jetzt endlich verstanden, wenn wir zum Beispiel Human Design kennenlernen oder wenn wir unser Sternzeichen kennenlernen oder wenn wir eine Therapie gemacht haben. Und in dem Moment fühlt sich das auch so gut an und so erleichternd.

Wenn das Konzept zum Käfig wird

Nur meistens dauert es nicht lange und dann fangen die Fragen wieder an. Das heißt, für einen Moment ist dann alles gut, für einen Moment ist es leicht, aber dann wird das Konzept zur Identität. Du bist vielleicht nicht mehr jemand, der in seinem Trauma lebt, du bist dann dein Trauma. Du bist vielleicht nicht jemand, der Human Design nutzt, du bist dann dein Design. Das eine ist ein Tool und das andere ist ein Käfig, den du dir da drum baust. Und möglicherweise nutzt du diesen Käfig dann auch als Entschuldigung, dass du halt so bist.

Ich glaube, dass wir uns gerade in dieser spirituellen Bubble manchmal mehr in Konzepten verlieren, als uns eigentlich lieb ist. Weil wir so viele Tools haben und so viele Erklärungen und so viele Möglichkeiten, um uns zu definieren. Und die machen ja auch alles Sinn. Aber wer bist du denn ohne all das? Wer bist du ohne Human Design? Wer bist du ohne dein Trauma? Wer bist du, wenn du alle Rollen weglässt, die Rolle der Mutter, die Rolle der Partnerin, die Rolle des Coaches, der Freundin, der Tochter, des Sohnes, des Vaters?

Deine Intuition braucht kein Human Design

Ich glaube, dass unter all diesen Konzepten, die wir uns auferlegen, ein Kern steckt. Und ich glaube, dass egal welches Konzept und welches Tool wir anwenden, dieser Kern immer derselbe bleibt, der einfach da ist, der schon immer da war und der auch immer da sein wird. Je mehr ich mir Gedanken darüber mache, desto mehr komme ich zu dem Entschluss, dass dieser Kern unsere Intuition ist. Ich glaube, dass deine Intuition dieser Kern ist und ich glaube, dass unsere Intuition sehr eingeschränkt wird im Laufe unseres Lebens durch gesellschaftliche Normen, durch Dinge, die wir hören, die andere Menschen zu uns sagen und wir aufgrund dessen Dinge über uns glauben, die dann zu unserer Realität werden.

Deine Intuition braucht kein Human Design, um zu wissen, wer du bist. Deine Intuition braucht auch keine Trauma-Analyse, um zu spüren, was für dich richtig ist. Deine Intuition, die weiß es halt einfach. Ich arbeite selber mit den Tools und ich möchte gar nicht sagen, dass diese Tools Nonsens sind. Für mich sind diese Tools Hilfestellungen, um bestimmte Anteile von uns zu erkennen, die genau damit resonieren. Das heißt aber noch lange nicht, dass ein Tool die ultimative Wahrheit für alles ist.

Die Landkarte weglegen und spüren, wer du heute bist

Ich sehe es eher als Landkarten. Du bist das ganze Gebiet, du bist die ganze Erde, und die Landkarte zeigt dir Dinge auf, geht mehr ins Detail, sodass du die Wege und die Strecken besser erkennen kannst. Und es ist total schön, so eine Landkarte zu haben. Aber wenn wir uns zu sehr auf diese Landkarte konzentrieren, dann sehen wir das große Ganze nicht mehr. Weil dann schaust du nämlich nur auf das, was dir vorgegeben wird, und du vergisst, mal nach links und nach rechts zu schauen.

Also glaube ich, dass wir manchmal diese Landkarte einfach weglegen müssen, um einfach mal zu spüren, wer und was bin ich heute? Nicht, weil mein Charter sagt, dass ich so bin, und nicht, weil mein Trauma sagt, dass ich so bin, sondern wer bin ich? Was fühle ich denn in mir? Was fühlt sich für mich gerade stimmig an? Wohin möchte ich denn heute gehen? Was tut mir heute gut? Unabhängig von dem, was ich eigentlich zu tun hätte, weil mir das eine Struktur vorgibt oder weil mir das eine Strategie vorgibt.

Und ich lade dich ein, dich das auch zu fragen. Wer bist du heute? Wonach sehnt sich dein Körper heute? Was hast du schon viel zu lange beiseite geschoben, was heute vielleicht mal seinen Platz finden darf? Ohne, dass du das verstehen musst, ohne, dass es ein Ziel haben muss, ohne, dass es eine Richtung haben muss. Wer bist du heute? Ohne die Konzepte. Ohne Erklärungen.


Hast du Gedanken zu dieser Folge? Eine Frage, auf die du noch keine Antwort gefunden hast? Oder kennst du jemanden, den ich unbedingt mal interviewen sollte?