Zehn Fragen, die du dir über deine Beziehung stellen kannst
Manchmal braucht es einfach einen Moment, in dem wir uns erlauben, mal ehrlich hinzuschauen und zu fragen, was mache ich hier eigentlich? Viele von uns rennen einfach durchs Leben, funktionieren, passen uns ständig an und irgendwann merken wir, was mache ich hier eigentlich? Diese Fragen über Beziehungen, über Partnerschaften, über das, was wir manchmal in uns spüren, aber irgendwie nicht richtig greifen können oder nicht aussprechen möchten, laden dich dazu ein, mal ehrlich hinzuschauen. Du musst sie nicht alle heute beantworten, aber vielleicht bleibt die ein oder andere Frage hängen und genau die, mit der du dann anfangen darfst.
Konflikte, Bedürfnisse und das Festhalten an Beziehungen
Vermeidest du Konflikte oder nutzt du sie, um eure Beziehung zu verbessern? Viele von uns haben gelernt, dass Konflikte etwas Schlechtes sind, dass Streit bedeutet, dass die Beziehung nicht mehr funktioniert. Aber Konflikte bedeuten nichts anderes als Reibung. Zwei Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven, die einander reiben, und genau da kann Neues entstehen, kann gemeinsames Wachstum entstehen. Wenn wir immer alles kleinreden und immer die Harmonie bewahren und uns nie den Konflikten stellen, dann distanzieren wir uns voneinander. Irgendwann leben wir nur noch nebeneinander her, zwei Menschen, die sich nur noch eine Wohnung teilen oder ein Haus, aber da herrscht keine wirkliche Verbindung mehr. Harmonie kann auch bedeuten, dass wir gemeinsam durch Konflikte gehen und gestärkt wieder rauskommen.
Sprichst du deine Bedürfnisse aus oder erwartest du, dass dein Partner sie von deiner Stirn abliest? Das führt in den meisten Fällen nur zu Frustration und Verletzung, weil unser Partner nicht in unserem Kopf steckt. Gerade wenn wir so nah beieinander sind und gemeinsam wohnen und schon seit Jahren zusammen sind, entwickelt sich irgendwann diese stille Erwartung von du musst doch checken wie es mir geht.
Hältst du an einer Beziehung fest, die dir nicht mehr dienlich ist? Manchmal wissen wir es nämlich schon ganz lange, wir spüren es. Denn jedes Mal, wenn wir zusammen sind, dann ist es schwer, dann ist es angespannt. Und trotzdem bleiben wir, weil wir so viel zusammen erlebt haben und weil wir denken, ich habe schon so viel investiert, ich kann jetzt nicht einfach gehen. Es muss nicht immer ein Abbruch sein, aber dich dieser Frage mal zu öffnen, was ist eigentlich los hier, lohnt sich. Wie fühlst du dich, wenn du weißt, dass du diese Person bald triffst? Wie fühlst du dich nach dem Treffen?
Retten, Potenzial und Liebessprachen
Versuchst du deinen Partner zu retten? Es gibt diese Dynamik, die viele von uns kennen. Wir geben und geben und geben und kümmern uns, regeln alles, tragen alles, denken für alle mit. Das sind meistens Menschen, die in ihrer Kindheit gelernt haben, dass Liebe und Anerkennung an Leistung geknüpft ist, dass sie sich nur wertvoll fühlen, wenn sie gebraucht werden. Wenn wir ständig die Probleme lösen und die Verantwortung übernehmen von unserem Gegenüber, dann verlieren wir uns in solchen Geschichten. Frage dich, ob du deinen Partner unterstützt oder ob du versuchst, ihn zu retten.
Bist du wirklich in diesen Menschen verliebt, der er heute ist, oder in sein Potenzial? Wenn wir uns in das Potenzial eines Menschen verlieben, was er sein könnte, wenn er sich nur verändern würde, dann verbringen wir unsere Zeit damit zu warten und zu hoffen. Wir leben in einem ständigen Gefühl des Mangels, weil wir ja nicht das haben, was wir eigentlich wollen. Wir verlieben uns in eine Version von unserem Partner, die es einfach nicht gibt, die existiert nicht. Lieb ich diesen Menschen, wie er jetzt ist? Jetzt? Heute?
Kennst du die Liebessprache deines Partners? Manchmal lieben wir aneinander vorbei. Wenn du zum Beispiel deine Liebe empfängst, indem dein Partner dir Komplimente macht, dein Partner aber seine Liebe zeigt, indem er Dinge für dich tut, dann denkt er, er zeigt dir seine Liebe, aber deine Liebe kommt nicht an, weil du Worte brauchst, die er dir nicht gibt. Du solltest deinem Partner die Liebe zeigen, die er empfangen kann, und nicht die du selber gibst.
Verantwortung, Grenzen und die ehrliche Bilanz
Fühlst du dich verantwortlich für die Gefühle deines Partners? Viele von uns haben als Kind gelernt, die Stimmung der Eltern als unsere Verantwortung zu tragen. Das führt dazu, dass wir uns anpassen, dass wir Dinge runterschlucken und so um unseren Partner herumwuseln, damit er sich bloß nicht aufregt. Frag dich mal, wie du mit den Gefühlen deines Partners umgehst, und wenn ja, warum eigentlich.
Hast du Grenzen in deiner Beziehung? Eine Beziehung besteht aus zwei Einheiten, aus zwei individuellen Menschen, die zusammen etwas bilden. Wenn wir miteinander verschmelzen, dann verlieren wir uns da drin. Zwei Grundbedürfnisse, die wir in unserem Leben lernen, sind das Bedürfnis nach Bindung und das Bedürfnis nach Autonomie. Frage dich mal, ob du eigentlich Grenzen für dich in der Beziehung hast und wie du sie kommunizierst und auch einhältst.
Machst du deinen Partner für deine Gefühle verantwortlich? Niemand macht uns wütend, wir fühlen Wut als Reaktion auf etwas, und das ist ein fundamentaler Unterschied. Wenn wir unseren Partner ständig verantwortlich dafür machen, wie wir uns fühlen, dann geben wir die Macht ab. Wenn wir aber Verantwortung übernehmen, dann haben wir Einfluss darauf, wie wir reagieren.
Wie fühlt sich diese Beziehung an? Gibt sie dir Energie oder raubt sie dir Energie? Auch eine Beziehung mit Reibung kann uns Energie geben, auch eine Beziehung mit Konflikten kann uns nähren. Ich glaube, dass du spätestens jetzt eine Reaktion in deinem Körper darauf spürst, wenn du an diesen Menschen denkst. Und wenn es von der Waage her grundsätzlich schön und positiv ist, dann ist das ein gutes Zeichen. Und wenn nicht, dann ist das auch ein gutes Zeichen, dann weißt du, was du zu tun hast.